Thursday – Ein mörderischer Tag
Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Casey Wells hat seiner kriminellen Vergangenheit längst den Rücken gekehrt. Inzwischen ist er verheiratet, lebt in einem schicken Vorstadthaus und versucht sich als erfolgreicher Architekt. Sein neues Leben verläuft ruhig, geordnet und vor allem weit entfernt von den dunklen Kapiteln seiner Vergangenheit.
Doch diese scheinbar perfekte Fassade bekommt Risse, als eines Tages sein alter Freund Nick unangekündigt vor der Tür steht. Nick bittet ihn um einen kleinen Gefallen, stellt einen Koffer bei Casey ab, leiht sich dessen Wagen und verschwindet ebenso schnell wieder, wie er aufgetaucht ist.
Die Neugier siegt schließlich über die Vernunft und Casey öffnet den Koffer. Zu seinem Entsetzen entdeckt er darin eine beträchtliche Menge Heroin. Um jeglichen Ärger zu vermeiden, entsorgt er die Drogen kurzerhand in der Toilette. Was er dabei allerdings nicht ahnt: Der Stoff gehört mehreren äußerst gefährlichen Personen, die schon bald vor seiner Haustür auftauchen werden. Im Laufe eines einzigen Tages gerät Casey dadurch in eine völlig absurde Spirale aus Gangstern, Auftragskillern, Gewalt und schwarzem Humor…
Fazit
„Thursday“ hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel, besitzt aber noch immer einen erstaunlich hohen Unterhaltungswert. Der Film verschwendet keine Zeit mit unnötigem Ballast und erzählt seine Geschichte mit angenehm hohem Tempo. Dank der vergleichsweise kurzen Laufzeit und des durchgehend flotten Erzählflusses kommt kaum Leerlauf auf. Obwohl sich ein großer Teil der Handlung auf wenige Schauplätze konzentriert, wirkt das Geschehen jederzeit lebendig und abwechslungsreich.
Die eigentliche Geschichte ist dabei denkbar simpel, lebt jedoch von ihrer konsequenten Umsetzung und vor allem von ihren exzentrischen Figuren. Genau hier liegt die größte Stärke des Films. Kaum eine der auftretenden Personen verhält sich wirklich berechenbar, sodass ständig neue Überraschungen auf den Zuschauer warten. Immer wieder tauchen neue Charaktere auf, die das ohnehin schon chaotische Geschehen zusätzlich anheizen und die Situation für Casey weiter eskalieren lassen. Gerade diese Unvorhersehbarkeit sorgt dafür, dass man nie genau weiß, welche verrückte Wendung als Nächstes folgt.
Aaron Eckhart überzeugt dabei in einer für ihn eher ungewöhnlichen Rolle. Zwar erreicht seine Leistung für mich nicht ganz das Niveau einiger seiner späteren und bekannteren Auftritte, dennoch trägt er den Film als zunehmend verzweifelter Hauptdarsteller problemlos. Thomas Jane hingegen stiehlt in vielen Szenen regelrecht die Show. Sein charismatischer Auftritt fügt sich perfekt in den schrägen Ton des Films ein und sorgt für zahlreiche unterhaltsame Momente. Auch die übrige Besetzung kann sich sehen lassen. Besonders Mickey Rourke liefert eine herrlich eigenwillige Performance ab und rundet das ohnehin schon starke Ensemble gelungen ab.
Vergleiche mit den Filmen von Quentin Tarantino liegen sicherlich nahe und sind auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Mischung aus schwarzem Humor, skurrilen Figuren, plötzlichen Gewaltausbrüchen und kriminellen Milieus erinnert durchaus an einige seiner Werke. Dennoch wäre es zu einfach, „Thursday“ als bloße Kopie abzutun. Dafür fehlen letztlich die besonders pointierten Dialoge und die ausgeprägte Zitierfreude, die viele Tarantino-Filme auszeichnen. Stattdessen geht der Film seinen eigenen Weg und entwickelt einen eigenständigen Charme, der sich angenehm von zahlreichen misslungenen Nachahmern abhebt.
Auch technisch gibt es wenig zu beanstanden. Die Inszenierung ist solide, die Kameraarbeit zweckmäßig und die Besetzung hervorragend gewählt. Der Gewaltgrad fällt zwar durchaus deutlich aus, wirkt aber nie selbstzweckhaft oder übertrieben. Die Gewaltszenen kommen oft überraschend, sind meist kurz gehalten und fügen sich stimmig in das insgesamt bewusst überzeichnete Szenario ein. Wer den Film nicht allzu ernst nimmt, wird mit einer gelungenen Mischung aus schwarzer Komödie, Gangsterfilm und Action unterhalten.
„Thursday“ ist sicherlich kein besonders anspruchsvoller Film und politisch korrekt möchte er schon gar nicht sein. Dafür bietet er jede Menge schrägen Humor, bizarre Figuren und eine angenehm lockere Atmosphäre. Manche Zuschauer werden mit dem eigenwilligen Ton vermutlich wenig anfangen können, während Genrefans hier voll auf ihre Kosten kommen dürften. Zwar fehlen die ganz großen Überraschungen oder jene besonderen Momente, die einen Film dauerhaft unvergesslich machen, doch als kurzweiliger und herrlich durchgeknallter Gangsterfilm funktioniert „Thursday“ auch heute noch ausgezeichnet und bleibt immer wieder einen Blick wert.
7/10
Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH


