Night Walk
Inhalt
Eine routinemäßige Polizeikontrolle nimmt eine tragische Wendung und endet in einer Katastrophe: Sarah kommt unter ungeklärten Umständen ums Leben und stirbt in den Armen ihres Ehemanns Frank. Die Behörden machen ihn kurzerhand zum Hauptverdächtigen und beschuldigen ihn des Mordes. Frank landet im Gefängnis und sieht sich plötzlich einem Justizsystem gegenüber, das ihn längst verurteilt zu haben scheint.
Dank seiner Anwältin gelingt es ihm zwar, nach Amerika zurückzukehren, doch seine Probleme sind damit keineswegs gelöst. Während er versucht, seine Unschuld zu beweisen und die Wahrheit über die Ereignisse ans Licht zu bringen, gerät er immer tiefer in ein Netz aus Intrigen, Verdächtigungen und gefährlichen Verstrickungen…
Fazit
Vielleicht habe ich mich auch hier von günstigen und hübschen Mediabook blenden lassen, doch insgeheim habe ich eigentlich schon beim Erwerb mit einer dicken Niete gerechnet. Klangen einst Namen wie Mickey Rourke oder Eric Roberts noch nach einem großen Blockbuster, garantiert deren Namen seit Jahren schon keine hohe Qualität mehr.
Leider bestätigt „Night Walk“ diese Befürchtung über weite Strecken. Bereits die Erzählweise wirkt unnötig kompliziert und stellenweise recht unglücklich konstruiert. Die Handlung wird in zwei Erzählstränge aufgeteilt, die zwar offensichtlich miteinander verknüpft sein sollen, deren Verbindung jedoch lange Zeit nur schwer nachvollziehbar bleibt. Immer wieder werden Frank Informationen oder Hinweise präsentiert, ohne dass deren Bedeutung oder Zusammenhang unmittelbar ersichtlich wäre. Man spürt zwar, dass die Verantwortlichen einen größeren Plan verfolgt haben, doch bei der Umsetzung scheint dieser nur bedingt aufgegangen zu sein. Statt Spannung aufzubauen, hinterlässt der Film häufig eher Verwirrung und offene Fragen.
Gerade der Handlungsstrang rund um Frank hätte deutlich gestrafft werden können. Zahlreiche Rückblenden wirken wenig aussagekräftig und tragen kaum zur Entwicklung der Geschichte bei. Stattdessen entsteht häufig der Eindruck, dass die Laufzeit künstlich gestreckt werden sollte. Besonders ärgerlich ist dabei, dass die zusätzliche Zeit nicht genutzt wird, um den Figuren mehr Tiefe zu verleihen. Die Charaktere bleiben größtenteils oberflächlich gezeichnet und handeln nicht immer nachvollziehbar. Hier wäre es sinnvoller gewesen, die eigentliche Handlung konsequenter voranzutreiben oder zumindest etwas mehr Spannung und Action einzubauen. Stattdessen hebt sich der Film seine wenigen Höhepunkte für das Finale auf, das letztlich jedoch ebenfalls eher zurückhaltend ausfällt.
Auch die schauspielerischen Leistungen können das Geschehen nur selten aufwerten. Hauptdarsteller Sean Stone, der Sohn von Regisseur Oliver Stone, bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg erstaunlich blass. Es gelingt ihm kaum, seiner Figur Profil oder eine erkennbare Persönlichkeit zu verleihen. Dadurch fällt es schwer, eine emotionale Bindung zu seinem Schicksal aufzubauen. Erschwerend kommt hinzu, dass die deutsche Synchronisation insgesamt recht durchschnittlich geraten ist und der Atmosphäre zusätzlich schadet.
Technisch bewegt sich „Night Walk“ ebenfalls nur auf überschaubarem Niveau. Der Film wirkt oft wie eine ältere TV-Produktion und vermittelt selten den Eindruck einer hochwertig produzierten Kinoproduktion. Die Schauplätze, Kostüme und die wenigen Actionsequenzen lassen das begrenzte Budget deutlich erkennen. Vieles erscheint funktional, aber wenig inspirierend und stellenweise sogar etwas lieblos zusammengestellt. Der insgesamt günstige Look zieht sich dabei konsequent durch den gesamten Film und verhindert, dass die durchaus interessante Grundidee ihre volle Wirkung entfalten kann.
Es wäre unfair, „Night Walk“ als völligen Totalausfall zu bezeichnen. Trotz seiner zahlreichen Schwächen bleibt der Film über weite Strecken zumindest anschaubar und besitzt vereinzelt Momente, die durchaus zu unterhalten wissen. Wirklich langweilig wird es nur selten. Für eine ernsthafte Empfehlung reicht das Gebotene allerdings bei weitem nicht aus. Auch Fans von Mickey Rourke oder Eric Roberts sollten ihre Erwartungen deutlich herunterschrauben, denn beide Darsteller verfügen lediglich über begrenzte Leinwandzeit und wirken eher wie prominente Namen zur Aufwertung des Casts als wie tragende Bestandteile der Handlung. Letztlich bleibt ein Film zurück, der einige interessante Ansätze erkennen lässt, diese jedoch nur unzureichend ausschöpft. Schwache Figuren, eine unausgereifte Geschichte und sichtbare Produktionsmängel verhindern, dass „Night Walk“ über das Mittelmaß hinauskommt.
4/10
Fotocopyright: mediacs


