Filmbesprechungen

Possession – Die Angst stirbt nie

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Jess ist Anwältin, hat einen aufmerksamen Ehemann und führt im Grunde ein recht glückliches Leben. Einzig der kriminelle Bruder ihres Mannes sorgt regelmäßig für Unruhe – vor allem, da er auch noch mit im Haus lebt.
Die ohnehin leicht getrübte Idylle bekommt jedoch einen heftigen Bruch, als die beiden Brüder in einen schweren Autounfall verwickelt werden und ins Koma fallen. Die Chancen stehen schlecht, doch ausgerechnet der problematische Bruder erwacht wieder – und zeigt plötzlich ein höchst merkwürdiges Verhalten. Er behauptet, sein eigener Bruder zu sein, und versucht mit Nachdruck, Jess davon zu überzeugen.

Diese steht der vermeintlichen Persönlichkeitsveränderung zunächst skeptisch gegenüber und versucht, die Ereignisse rational einzuordnen. Doch mit zunehmender Dauer verdichten sich die Hinweise, dass hier mehr als nur Einbildung im Spiel sein könnte…

Fazit

Die Grundidee von Possession ist durchaus interessant und weckte bei mir sofort Neugier. Allein die Besetzung mit Sarah Michelle Gellar sorgte ohnehin dafür, dass der Film früher oder später seinen Weg in meinen Player finden musste. Umso bedauerlicher ist es, dass die Umsetzung letztlich deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Dabei beginnt der Film eigentlich recht vielversprechend. Die Figuren werden ordentlich eingeführt, die familiären Spannungen innerhalb des Haushalts sorgen früh für Konfliktpotenzial und die zentrale Prämisse rund um Identität, Seele und Wiedergeburt besitzt durchaus ihren Reiz. Gerade in der ersten Hälfte gelingt es dem Film noch recht ordentlich, eine gewisse Unsicherheit aufzubauen und den Zuschauer über die tatsächlichen Hintergründe im Unklaren zu lassen.

Leider nutzt Possession dieses Potenzial nur sehr eingeschränkt. Statt die Spannung kontinuierlich zu steigern, bewegt sich die Handlung lange Zeit auf der Stelle. Viele Szenen wirken unnötig gestreckt und die Geschichte entwickelt nur selten die Dynamik, die man sich von einem Mystery-Thriller dieser Art erhofft. Auch die wenigen Wendungen kommen nicht wirklich überraschend und lassen den Film insgesamt deutlich vorhersehbarer erscheinen, als es die Ausgangslage eigentlich vermuten lässt.

Handwerklich gibt es dagegen wenig auszusetzen. Die Inszenierung fällt angenehm ruhig aus, einige Kamerafahrten setzen durchaus gelungene Akzente und auch die Atmosphäre kann phasenweise überzeugen. Sarah Michelle Gellar macht ihre Sache ordentlich und trägt den Film über weite Strecken allein auf ihren Schultern. Gleichzeitig bleibt ihre Figur jedoch etwas zu distanziert, wodurch die emotionale Tragweite der Ereignisse nie ihre volle Wirkung entfalten kann.

So bleibt am Ende ein Film, der durchaus interessante Ideen besitzt, daraus aber einfach zu wenig macht. Weder entsteht echte Spannung noch entwickelt sich die Geschichte in eine Richtung, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Schlecht ist Possession sicherlich nicht, dafür ist die Produktion zu solide und die Besetzung zu sympathisch. Wirklich packend oder gar besonders wird der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Gerade mit Blick auf Sarah Michelle Gellar hätte ich mir hier deutlich mehr gewünscht. Statt eines eher durchschnittlichen Mystery-Thrillers wäre ein abschließender Buffy-Kinofilm damals vermutlich die wesentlich spannendere Wahl gewesen.

5/10

Fotocopyright: Ascot Elite Home Entertainment

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