Inhalt
Kim ist ein durchschnittlicher Typ, der bei einer Angebeteten scheinbar keine Chance hat. Sein Leben und seine Aussichten steigern sich jedoch, als ein mysteriöses Armband findet und bei dessen Tragen alle Frauen problemlos ins Bett bekommt…
Fazit
Frivole Komödien aus Südkorea bekommt man hierzulande nicht allzu häufig zu Gesicht. Entsprechend neugierig war ich auf diesen Streifen, zumal das Genre immer wieder für überraschende und ungewöhnliche Ansätze gut ist. Leider erwies sich die Vorfreude diesmal als größer als der eigentliche Unterhaltungswert, denn abgesehen von einigen eher unfreiwillig komischen Nacktszenen hatte „Sex First, Please“ letztlich nicht besonders viel zu bieten.
Die Handlung ist dabei ebenso simpel wie konstruiert. Schon nach kurzer Zeit zeichnet sich recht deutlich ab, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, und tatsächlich läuft am Ende nahezu alles genauso ab, wie man es erwartet oder sogar befürchtet hat. Echte Überraschungen bleiben Mangelware, während kreative Ideen bestenfalls in Ansätzen vorhanden sind. Die magischen Fähigkeiten des mysteriösen Bandes mögen als origineller Einfall gedacht gewesen sein, wirken im Gesamtbild jedoch eher wie ein notdürftiger Aufhänger für die eigentliche Geschichte als wie ein wirklich durchdachtes Element.
Dabei gelingt es dem Film durchaus gelegentlich, einen gewissen Erzählfluss aufzubauen. Einige Szenen sind angenehm locker inszeniert und sorgen zumindest dafür, dass keine völlige Langeweile aufkommt. Gleichzeitig fehlt es dem Geschehen aber an Spannung, Charme und einer klaren Richtung. Vieles plätschert eher vor sich hin, ohne dass man sich wirklich für die Figuren oder ihre Probleme interessiert. Einen echten Zugang zu dem doch recht seltsamen Szenario findet man nur schwer, weshalb die Geschichte emotional weitgehend auf Distanz bleibt.
Auch die zahlreichen erotischen Einlagen können daran wenig ändern. Statt tatsächlich sinnlich oder reizvoll zu wirken, sorgen viele dieser Momente eher für unfreiwillige Lacher. Das ständige Quietschen, Keuchen und die teils etwas unbeholfene Inszenierung der Bettszenen lassen manche Sequenz eher wie eine Parodie erscheinen, obwohl sie offensichtlich ernst gemeint ist. Dadurch verfehlt der Film sowohl sein komödiantisches als auch sein erotisches Potenzial ein gutes Stück weit.
Positiv hervorzuheben sind immerhin die Darsteller, die ihre Rollen durchweg sympathisch ausfüllen und sich sichtlich bemühen, das Beste aus dem Material herauszuholen. Die Chemie zwischen den Hauptfiguren funktioniert größtenteils ordentlich und sorgt dafür, dass der Film nie völlig entgleist. Dennoch stößt man auch hier an Grenzen, denn nicht jeder Beteiligte verfügt über die schauspielerischen Fähigkeiten, um den teilweise schwachen Dialogen oder den dünn geschriebenen Figuren zusätzliches Leben einzuhauchen. Bei einigen Akteuren beschränkt sich der Mehrwert letztlich eher auf ihre optische Präsenz als auf ihre darstellerische Leistung.
„Sex First, Please“ richtet sich möglicherweise stärker an ein erwachsenes Publikum als beispielsweise „Sex Is Zero“, doch sein eigenwilliger Humor dürfte trotzdem nicht jedermanns Geschmack treffen. Das größte Problem besteht dabei wohl darin, dass sich der Film nie wirklich entscheiden kann, was er eigentlich sein möchte. Für eine gelungene Komödie fehlt es an treffsicheren Gags und pointiertem Witz, für einen ernsthafteren erotischen Film wiederum an Atmosphäre, Leidenschaft und Konsequenz. So bleibt am Ende ein Werk zurück, das in beiden Bereichen nur an der Oberfläche kratzt und sein vorhandenes Potenzial nie ausschöpft.
Letztlich hinterlässt der Film daher vor allem Enttäuschung. Nicht, weil die Erwartungen besonders hoch gewesen wären, sondern weil die Grundidee durchaus Möglichkeiten geboten hätte. Stattdessen bleiben lediglich einige nette Ansätze, ein paar hübsche Darsteller und die vermutlich recht kurzlebige Erinnerung an ein paar nackte – aber letztlich vollkommen jugendfreie – Tatsachen.
4/10
Fotocopyright: Interhouse
