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Gloria

Inhalt

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, macht sich Gloria auf den Weg zu ihrem ehemaligen Liebhaber Kevin. Schnell muss sie feststellen, dass sich in seinem Leben nur wenig verändert hat – im Gegenteil: Seine Geschäfte sind mittlerweile noch skrupelloser geworden. Nachdem er bereits einen seiner Buchhalter beseitigen ließ, hat er nun dessen Sohn ins Visier genommen, um mögliche Zeugen auszuschalten. Gloria handelt spontan, schnappt sich den Jungen und flieht mit ihm vor den Gangstern. Eine gefährliche Reise beginnt, bei der nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht…

Fazit

Tatsächlich gibt es immer wieder Filme mit bekannten Schauspielern, die man erst erstaunlich spät entdeckt – und genau so ein Fall war bei mir „Gloria“. Obwohl ich bereits zahlreiche Filme mit Sharon Stone gesehen habe, feierte dieser Streifen erst gestern seine Heimkinopremiere bei mir. Mein Urteil fällt dabei insgesamt solide, aber auch etwas zwiespältig aus.

Die etwas ungewöhnliche Handlung ist keine echte Neuerfindung, sondern eine Neuinterpretation des Klassikers „Gloria, die Gangsterbraut“ aus dem Jahr 1980. Abseits der charismatischen Sharon Stone setzt der Film dabei nur wenige eigene Akzente und bleibt über weite Strecken recht vorhersehbar. Dennoch funktioniert die Geschichte erstaunlich gut, da sie auf einem soliden Fundament aufbaut und durchgehend für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

Besonders Sharon Stone trägt den Film nahezu im Alleingang. Sie verleiht ihrer Figur die nötige Mischung aus Härte, Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Die Dynamik zwischen ihr und dem jungen Jungen funktioniert ebenfalls ordentlich, auch wenn sie nicht ganz die emotionale Tiefe erreicht, die man sich stellenweise wünschen würde. Auf der Gegenseite bleiben einige Nebenfiguren und Antagonisten hingegen etwas blass und austauschbar – erscheinen manchmal aber auch etwas zu “drüber” und klischeehaft.

Technisch präsentiert sich „Gloria“ als typischer Thriller der späten 90er-Jahre. Die Inszenierung ist routiniert, die Spannung bleibt konstant vorhanden und die Laufzeit vergeht angenehm flott – trotz mancher kurzer Länge oder allgemeiner Vorhersehbarkeit. Wirkliche Höhepunkte oder Szenen mit nachhaltiger Wirkung sucht man jedoch vergeblich.

Unterm Strich ist „Gloria“ ein durchaus sehenswerter Thriller für einen entspannten Filmabend. Große Überraschungen oder innovative Ideen sollte man allerdings nicht erwarten. Dank Sharon Stone und einer durchweg unterhaltsamen Geschichte bleibt dennoch ein solider Gesamteindruck zurück.

6/10

Fotocopyright: VCL

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