Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Noch immer üben Geheimbünde eine besondere Faszination auf junge Studenten aus. Auch Ryan Sommers träumt davon, Teil der mächtigen und elitären Verbindung „The Skulls“ zu werden. Da er aus einfachen Verhältnissen stammt, bedeutet die überraschende Nominierung für ihn die Chance seines Lebens. Die Aufnahmeprüfungen absolviert er ohne Widerstand und scheint seinem Ziel immer näher zu kommen. Doch als er Zeuge eines vermeintlichen Mordes durch eines seiner Glaubensbrüder wird, beginnt er die Organisation mit anderen Augen zu sehen.
Da weder eine Leiche noch handfeste Beweise gefunden werden, stößt Ryan mit seinen Anschuldigungen zunächst auf taube Ohren. Als er jedoch immer tiefer gräbt und unbequeme Fragen stellt, gerät er selbst ins Visier der mächtigen Verbindung. Geschenke, Privilegien und Versprechungen sollen ihn zum Schweigen bringen – doch Ryan denkt nicht daran, die Sache auf sich beruhen zu lassen…
Fazit
War der erste Teil bereits nicht frei von Schwächen, konnte er durch seine interessante Thematik und den hohen Unterhaltungswert dennoch überzeugen. Bei den Fortsetzungen macht sich dagegen schnell ein leichter Beigeschmack bemerkbar. Man erkennt deutlich, dass die Produktion auf einem anderen Niveau angesiedelt wurde und das Budget spürbar hinter dem Kinovorgänger zurückbleibt. Zwar griff man erneut auf einige bekannte Kulissen und Elemente zurück, doch insgesamt besitzt The Skulls II einen wesentlich deutlicheren B-Movie-Charakter.
Auch die Geschichte kann nicht mehr die gleiche Faszination entfalten wie im ersten Teil. Die Handlung wirkt deutlich vorhersehbarer und verliert einen Großteil der kritischen Untertöne, die das Original zumindest ansatzweise auszeichneten. Stattdessen setzt man auf eine recht konventionelle Thriller-Geschichte, die zwar solide funktioniert, aber kaum neue Akzente setzt.
Die Besetzung wurde komplett ausgetauscht und setzt nun auf weitgehend unbekannte Gesichter. Das muss keineswegs ein Nachteil sein, doch echte Highlights finden sich unter den Darstellern nicht. Sie erledigen ihre Aufgaben routiniert, bleiben sympathisch und liefern keinen Anlass zur Kritik, können die eher durchschnittliche Geschichte aber auch nicht entscheidend aufwerten. Immerhin bemüht sich das Drehbuch darum, die Wendungen nachvollziehbar erscheinen zu lassen und dem Geschehen eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Direct-to-Video-Fortsetzungen genießen nicht ohne Grund einen eher zweifelhaften Ruf, und The Skulls II macht leider vieles davon nachvollziehbar. Der Film orientiert sich stark am Vorgänger, erreicht dessen Niveau jedoch in keinem Bereich. Dennoch bleibt eine gewisse Grundspannung erhalten und Freunde von Verschwörungen, Geheimbünden und College-Thrillern dürften durchaus auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen bietet der Film lediglich solide Durchschnittskost, die man anschauen kann, aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
5,5/10
Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH
