Inhalt
Einige außergewöhnliche Menschen geraten ins Visier einer geheimen US-Behörde, denn sie verfügen über brisante Informationen, die verborgene Wahrheiten ans Licht der Öffentlichkeit bringen könnten. Dank ihres Kontakts zu außerirdischen Wesen erhalten sie Zugang zu streng geheimen Erkenntnissen und bereiten deren Veröffentlichung vor. Doch je näher sie ihrem Ziel kommen, desto entschlossener setzt die Regierung alles daran, sie zum Schweigen zu bringen…
Fazit
Beim Namen Spielberg schnalzt der Filmfan natürlich mit der Zunge und auch ich bekam bei der Ankündigung eines neuen Werkes mal wieder einen leicht erhöhten Herzschlag. Kaum ein anderer Regisseur hat das Science-Fiction-Genre über Jahrzehnte hinweg so geprägt wie er. Umso größer waren meine Erwartungen an Disclosure Day. Leider machten sich schon während der Sichtung erste Zweifel breit, ob der Film dieses hohe Niveau tatsächlich erreichen würde.
Dabei ist die Grundidee durchaus reizvoll und besitzt jede Menge Potenzial. Die Mischung aus Verschwörung, Regierungsgeheimnissen und außerirdischem Einfluss sorgt zunächst für eine spannende Ausgangslage. Allerdings macht es einem der Film nicht gerade leicht, in die Geschichte hineinzufinden. Die Handlung beginnt ohne große Einführung mitten im Geschehen, erklärt zunächst nur das Nötigste und wirft eine ganze Reihe von Fragen auf. Zwar werden viele davon im weiteren Verlauf beantwortet, wirklich befriedigend oder konsequent ausgearbeitet wirken die Erklärungen am Ende jedoch nicht.
Auch das Pacing hinterließ bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck. Es gibt durchaus spannende und kurzweilige Momente, in denen der Film sein Potenzial erkennen lässt und das Interesse aufrechterhält. Diese Phasen werden jedoch immer wieder von längeren Dialogpassagen unterbrochen, die sich teilweise unnötig in die Länge ziehen und den Erzählfluss ausbremsen. Hier hätte man an einigen Stellen ruhig etwas straffen dürfen und die gewonnene Laufzeit lieber in zusätzliche Hintergrundinformationen oder eine etwas dynamischere Inszenierung investieren können.
Auch die Figuren bleiben leider ein Stück weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Gerade Emily Blunt und Colin Firth liefern zwar solide Leistungen ab, bewegen sich stellenweise aber auch leicht im Bereich des Überzeichneten. Das liegt weniger an den beiden Darstellern selbst, sondern vielmehr an ihren mitunter etwas seltsam geschriebenen Rollen und den nur oberflächlich beleuchteten Hintergründen. Dadurch fällt es schwer, eine echte Bindung zu den Figuren aufzubauen oder ihnen ihre Entscheidungen jederzeit abzunehmen – was angesichts der Klasse beider Schauspieler etwas schade ist.
Technisch gibt es hingegen nur wenig zu beanstanden. Spielberg versteht sein Handwerk nach wie vor und liefert eine gewohnt hochwertige Optik mit stimmungsvollen Bildern und einer insgesamt sehr edlen Inszenierung ab. Gerade visuell weiß Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit durchaus zu beeindrucken. Inhaltlich fehlte mir allerdings der letzte Feinschliff. Der Film war keineswegs schlecht und schon gar kein Griff ins Klo, denn der interessante Plot sorgt immer wieder für neugierige Momente. Letztlich konnten mich die etwas sperrige Erzählweise, das unausgewogene Pacing und die nur bedingt überzeugenden Figuren aber nicht vollständig mitreißen. Vielleicht gewinnt der Film bei einer zweiten Sichtung noch etwas hinzu – beim ersten Durchgang blieb am Ende jedoch eher das Gefühl zurück, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.
6,5/10
Fotocopyright: Universal
