Inhalt
Die Leiche eines Kindes führt die Ermittler auf die Spuren eines alten und eigentlich längst abgeschlossenen Falles. Der damalige Täter konnte seinerzeit festgenommen werden und sitzt noch immer im Gefängnis. Ein erfahrener Ermittler erkennt allerdings schnell, dass es sich bei dem aktuellen Fall nicht um die Tat eines einfachen Trittbrettfahrers handeln kann. Denn plötzlich tauchen alte, damals nie veröffentlichte Details auf, die einen Zusammenhang mit dem früheren Fall vermuten lassen und die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung lenken…
Fazit
Nicht zuletzt wegen Robert De Niro und der Erwartung, einen spannenden und atmosphärischen Thriller zu bekommen, war ich auf diesen Titel durchaus neugierig. Und tatsächlich schafft es „Der Kinderflüsterer“ zunächst ganz gut, einen bei der Stange zu halten. Die Geschichte ist angenehm düster gehalten, baut langsam ihre Atmosphäre auf und lässt einen durchaus interessiert in das Geschehen einsteigen.
Leider macht sich relativ schnell eine gewisse Vorhersehbarkeit breit, die dem Film einiges an Spannung nimmt. Der Täter stand für mich bereits nach wenigen Minuten fest und auch wenn anschließend noch einige Schleifen gedreht und die Handlung unnötig komplex gemacht wurde, konnte mich der Film von meiner ersten Vermutung eigentlich nicht mehr abbringen. Vieles läuft einfach zu offensichtlich auf genau diese Auflösung hinaus. Wer ein wenig Krimierfahrung mitbringt und aufmerksam zuschaut, dürfte hier vermutlich ebenfalls recht schnell auf die richtige Spur kommen.
Hinzu kommen einige Handlungselemente, bei denen man schon sehr früh merkt, dass sie später noch eine wichtige Rolle spielen werden. Diese werden teilweise so deutlich angeteasert, dass man sie eigentlich nur im Hinterkopf behalten muss, um später problemlos eins und eins zusammenzuzählen. Dadurch verpuffen einige der eigentlich vorgesehenen Überraschungen leider ziemlich wirkungslos.
Das ist schade, denn grundsätzlich hätte die Geschichte durchaus das Potenzial für einen spannenderen und raffinierteren Thriller gehabt. Gerade die düstere Atmosphäre und die Ermittlungsarbeit funktionieren über weite Strecken ordentlich und auch der Cast kann sich durchaus sehen lassen. Man verfolgt die Handlung gerne und der Film schafft es zumindest, eine gewisse Grundspannung aufrechtzuerhalten.
Abgesehen von den genannten Schwächen und der doch recht deutlichen Vorhersehbarkeit bleibt somit ein solider Krimi, der atmosphärisch einiges zu bieten hat und handwerklich durchaus ordentlich umgesetzt wurde. Wirklich etwas Neues bekommt man beim genaueren Hinsehen allerdings nicht geboten. Für einen spannenden Thrillerabend reicht es dennoch, auch wenn am Ende leider etwas mehr drin gewesen wäre.
6/10
Fotocopyright: Netflix
