Inhalt
Per Zufall belauscht eine Dolmetscherin der Vereinten Nationen ein heikles Gespräch. Angeblich soll ein Attentat auf ein bald eintreffendes Staatsoberhaupt stattfinden und außerdem scheint sie sich selbst in Gefahr gebracht zu haben…
Fazit
Mit „Die Dolmetscherin“ hat Regisseur Sydney Pollack im Jahr 2005 einen stimmig inszenierten Politthriller geschaffen, der auch knapp 20 Jahre nach seinem Release noch immer überzeugen konnte.
Nicole Kidman verleiht ihrer Rolle große Glaubwürdigkeit und auch Sean Penn passt hervorragend an ihre Seite. Die Chemie zwischen den beiden hat für mich von der ersten Sekunde an funktioniert. Im Laufe der Ermittlungen kommen sie sich zwar näher, der Film überschreitet dabei aber nie unnötige Grenzen. Genau diese Zurückhaltung verleiht der Handlung zusätzliche Kontur und macht die Beziehung zwischen den Figuren nachvollziehbar.
Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich komplex und einige Entwicklungen lassen sich durchaus früh erahnen. Dafür wird das Ganze durch die beiden starken Hauptdarsteller und die ruhige Inszenierung deutlich aufgewertet. Der Spannungsbogen entfaltet sich langsam, aber äußerst effektiv, ohne dabei ständig auf große Action setzen zu müssen.
Besonders gut hat mir gefallen, dass der Film seine Spannung hauptsächlich aus Misstrauen, politischen Verwicklungen und der Frage zieht, wem man überhaupt noch glauben kann. Die Sicht auf die Ereignisse wird im Verlauf immer klarer und wirkt trotz der fiktiven Geschichte erstaunlich glaubwürdig.
„Die Dolmetscherin“ ist damit sicherlich kein Thriller, der das Genre neu erfindet, dafür aber ein sehr solider und atmosphärischer Vertreter seiner Art. Gute Darsteller, eine passende Inszenierung und ein angenehm ruhiger Spannungsaufbau machen den Film auch heute noch sehenswert.
7,5/10
Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH
