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Inhalt
Die amerikanischen Geheimdienste haben ein großes Problem. Ein bisher unbekannter Hacker dringt in diverse Systeme ein und sorgt für Abstürze oder manipuliert Börsenkurse. Zur Ermittlung werden sogar Kollegen aus China hinzugezogen, doch die Spuren zu den Tätern sind trotzdem sehr vage.
Im schädlichen Programmcode finden sich schließlich Hinweise auf ein inhaftiertes Computergenie, das unter gewissen Umständen seine Hilfe anbietet. Im Gegenzug für seine Unterstützung fordert er Hafterlass – und seine Bittsteller haben keine andere Wahl…
Fazit
Michael Mann ist ein renommierter Filmemacher, der schon einige Kracher auf die Beine gestellt hat und dabei stets seinen eigenen Stil verfolgt. So kann auch „Blackhat“ seine Handschrift nicht verleugnen – leider bekommt man damit nicht nur die Stärken, sondern auch einige der altbekannten Schwächen serviert.
Die teils arg verwackelten Aufnahmen sind sicherlich nicht jedermanns Sache und für mich auch nur bedingt ein gelungenes Stilmittel. Sporadisch eingesetzt kann ich damit leben, doch hier wird die Kamera derart unruhig, dass man sich irgendwann eher nach einem Stativ als nach Spannung sehnt. Ich konnte mich an dieses Markenzeichen jedenfalls nicht gewöhnen.
Die Geschichte selbst ist durchaus interessant, wird aber von einer Inszenierung ausgebremst, die sich immer wieder selbst im Weg steht. Endlose Dialoge, ausgedehnte Kamerafahrten und reichlich Leerlauf sorgen dafür, dass das Interesse am Geschehen zunehmend nachlässt. Vieles zieht sich unnötig in die Länge und der dokumentarische Touch macht die Angelegenheit auch nicht gerade kurzweiliger. Mehr Action hätte sicherlich nicht geschadet – vor allem aber hätte der Film einfach öfter auf den Punkt kommen dürfen.
Die Darsteller hinterlassen einen passablen Eindruck und versuchen, der Geschichte etwas Authentizität zu verleihen. Chris Hemsworth wirkt hier erfreulicherweise nicht ganz so glatt wie oftmals zuvor und auch seine Kollegen machen ihre Sache ordentlich. Die Chemie untereinander passt und selbst der Bösewicht bekommt genügend Kontur, um nicht völlig belanglos zu wirken.
Unterm Strich bleibt von „Blackhat“ allerdings deutlich weniger hängen, als man aufgrund der Beteiligten erwarten dürfte. Die Ausgangslage klingt spannend, Michael Manns Inszenierung ist unverkennbar und auch die Besetzung geht in Ordnung – trotzdem wird daraus ein erstaunlich zähes Vergnügen. Statt aus dem Thema Hackerangriffe etwas wirklich Spannendes oder Nachdenkliches herauszuholen, bleibt der Film erstaunlich zahm und verliert sich lieber in seiner eigenen Behäbigkeit.
Für mich daher ein ziemlich durchschnittlicher Thriller, der viel Potenzial verschenkt und sich seine Laufzeit an manchen Stellen förmlich aus den Fingern saugt. Kein kompletter Reinfall, aber definitiv einer dieser Filme, bei denen man sich hinterher fragt, warum aus der eigentlich interessanten Ausgangslage nicht wesentlich mehr gemacht wurde.
5/10
Fotocopyright: Universal
