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Running Scared

Inhalt

Nachdem ein Drogendeal gründlich aus dem Ruder läuft, soll der abgebrühte Gangster Joey Gazelle eine verschwundene Waffe beseitigen. Eigentlich ein Routinejob, doch die Knarre landet ausgerechnet in den Händen eines kleinen Jungen aus der Nachbarschaft. Als Joey davon erfährt, beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit.

Denn nicht nur die Gangster wollen ihre Waffe zurückhaben. Auch die Polizei und einige äußerst unangenehme Zeitgenossen sind hinter dem Jungen her. Joey muss alles daransetzen, ihn zu finden und die Sache irgendwie wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dabei gerät er immer tiefer in eine Nacht, die von Gewalt, Drogen und völlig durchgeknallten Gestalten geprägt ist…

Fazit

„Running Scared“ ist definitiv kein gewöhnlicher Gangsterfilm und überrascht bereits nach kurzer Zeit mit einer ziemlich kompromisslosen Gangart. Was zunächst wie eine recht simple Geschichte um eine verschwundene Waffe beginnt, entwickelt sich zu einem wilden Trip durch die Unterwelt, bei dem so ziemlich alles aus dem Ruder läuft.

Paul Walker zeigt hier einmal mehr, dass er deutlich mehr konnte als nur schnelle Autos durch die Gegend zu bewegen. Seine Rolle als Joey wirkt angenehm dreckig und abgekämpft und passt hervorragend zum teilweise völlig überdrehten Geschehen. Auch die übrigen Darsteller machen ihre Sache ordentlich und sorgen dafür, dass einem die zahlreichen schrägen Gestalten durchaus im Gedächtnis bleiben.

Besonders gelungen ist die Inszenierung. Der Film wird mit einer auffälligen Bildsprache präsentiert und geizt weder mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven noch mit kräftigen Farben. Dazu kommt ein ordentliches Tempo, das nur selten wirklich ins Stocken gerät. Langweilig wird es jedenfalls kaum, denn kaum glaubt man, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen kann, setzt der Film noch einen drauf.

Dabei ist „Running Scared“ allerdings stellenweise schon ziemlich überzogen. Einige Szenen wirken derart brutal und grotesk, dass man sich unweigerlich fragt, ob hier gerade noch ein ernsthafter Gangsterfilm oder bereits eine völlig durchgedrehte Comicverfilmung läuft. Gerade diese Mischung macht aber auch einen Teil des Reizes aus. Der Streifen will offensichtlich nicht realistisch wirken, sondern haut ordentlich auf die Kacke und zieht seine düstere Welt konsequent durch.

Ganz ohne Schwächen kommt das Ganze natürlich nicht aus. Manche Wendungen wirken arg konstruiert und gelegentlich schießt man bei der Brutalität doch etwas über das Ziel hinaus. Auch die eine oder andere Figur hätte etwas weniger dick aufgetragen sein dürfen. Wirklich störend fand ich das allerdings nicht, da der Film von seiner kompromisslosen Inszenierung und seinem hohen Tempo lebt.

„Running Scared“ ist somit ein dreckiger, brutaler und teilweise ziemlich abgedrehter Gangsterthriller, der angenehm wenig Wert auf Zurückhaltung legt. Nicht jede Idee funktioniert perfekt und wer es etwas realistischer mag, dürfte mit einigen Szenen seine Probleme haben. Wer allerdings auf harte Kost, schräge Charaktere und eine ordentliche Portion Wahnsinn steht, bekommt hier ziemlich genau das geliefert.

Kein Meisterwerk, aber ein verdammt unterhaltsamer und überraschend kompromissloser Thriller, der deutlich mehr zu bieten hat, als man zunächst vermuten könnte.

7/10

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