Inhalt
Die Entführung seiner Tochter und die Untätigkeit der Polizei treiben Wang Wie dazu, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf einen Journalisten, der ihm tatkräftig zur Seite steht. Gemeinsam kommen sie einem skrupellosen Verbrechersyndikat auf die Spur und wirbeln dessen Geschäfte gehörig durcheinander. Doch je tiefer sie in die Machenschaften der Organisation eindringen, desto gefährlicher wird ihr Vorhaben. Für Wang Wie gibt es allerdings kein Zurück mehr, denn er will seine Tochter um jeden Preis zurückholen…
Fazit
Als Actionfilm des Jahres wurde uns „The Furious“ im Vorfeld vollmundig angepriesen, und das fertige Ergebnis wird diesem Titel für mich tatsächlich gerecht. Die Geschichte selbst ist zwar kaum der Rede wert und dient in erster Linie als Mittel zum Zweck, doch die pausenlose Action macht das mehr als wett. Wer auf handfeste Martial-Arts-Kost steht und mit einer dünnen Handlung leben kann, kommt hier voll auf seine Kosten.
„The Furious“ ist allerdings nichts für zarte Gemüter. Mit zunehmender Laufzeit steigen sowohl die Intensität der perfekt choreografierten Kämpfe als auch der Härtegrad. Geht es zu Beginn noch vergleichsweise gesittet zur Sache, werden später auch gerne mal Hammer und andere Werkzeuge zweckentfremdet. Die entsprechenden Spuren bleiben bei den Gegenspielern natürlich nicht aus. Hier wird ordentlich ausgeteilt und eingesteckt, sodass selbst hartgesottene Actionfans ihre Freude daran haben dürften.
Das Tempo bleibt durchgehend hoch. Lediglich ein paar unerwartet gefühlvolle Momente gönnen dem Zuschauer eine kurze Verschnaufpause, bevor es schon wieder mit ordentlich Schmackes zur Sache geht. Leerlauf sucht man hier praktisch vergebens.
Unser weitgehend wortkarger Hauptdarsteller Xie Miao überzeugt mit waghalsigen Stunts und irrwitzigen Kampfeinlagen, bei denen einem stellenweise schon beim Zuschauen die Knochen wehtun. Seine Mitstreiter, darunter Joe Taslim, stehen ihm in Sachen körperlicher Präsenz und Kampfkunst kaum nach. Besonders angetan hat es mir allerdings Joey Iwanaga als charismatischer Bösewicht. Der hält sich zunächst noch angenehm zurück, lässt aber spätestens im Finale erkennen, wie viel Boshaftigkeit und Kampftalent tatsächlich in ihm stecken. Dadurch gewinnt der Endkampf noch einmal deutlich an Intensität.
Auch die Inszenierung kann sich sehen lassen. Die Choreografien wirken abwechslungsreich und vermitteln die Wucht der einzelnen Treffer, ohne sich in unnötigen Spielereien zu verlieren. Im positiven Sinne erinnert das Ganze an Kracher wie „The Raid“ oder „Oldboy“, wobei sich „The Furious“ keineswegs hinter diesen geistigen Vorbildern verstecken muss.
Unterm Strich ist „The Furious“ ein echtes Brett für Actionfans. Die dünne Story fällt angesichts der spektakulären Stunts, der kompromisslosen Kämpfe und des packenden Finales kaum ins Gewicht. Wer sich nach ähnlich harter Kost sehnt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Für mich einer der stärkeren Actionstreifen der jüngeren Zeit, der seine vollmundigen Ankündigungen tatsächlich einlösen kann.
8,5/10
Fotocopyright: Capelight Pictures
