Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Eine Neueröffnung einer Kirche in New Jersey sorgt für Ärger. Das dortige Oberhaupt verspricht Erlösung für alle, die durch seine Pforte schreiten, und ruft damit auch unliebsamen Besuch auf den Plan.
Die beiden gefallenen Engel Loki und Bartleby sehen in diesem Angebot eine Chance, wieder in den Himmel zurückzukehren. Allerdings würden sie damit Gottes Verbannung widersprechen und eine gewaltige Katastrophe heraufbeschwören …
Fazit
Dogma gehörte seinerzeit zu den ersten Filmen, die ich auf meiner bescheidenen Webseite besprochen habe, und hat dieses kleine Update nun vollkommen verdient.
Die gestrige Sichtung hat mir noch genauso viel Spaß gemacht wie die allererste. Die Geschichte ist dermaßen ausgefallen wie genial umgesetzt und hat auch nach all den Jahren nichts von ihrer Faszination verloren. Smith vereint skurrile Ideen mit genialen Dialogen und muss sich mit seinem Staraufgebot keineswegs vor anderen, wahrscheinlich wesentlich teureren Produktionen verstecken.
Der Schlüssel liegt (wieder mal) im Herzblut, das hier deutlich zu erkennen ist und beim Zuschauer auf uneingeschränkte Gegenliebe stößt. Die vielen Anspielungen und Veräppelungen gehören zum Besten, was man in diesem Genre bekommt. Erneut werden zahlreiche Filme zitiert und deren Macken genüsslich aufs Korn genommen. Das Ganze kommt dermaßen locker rüber, dass es jedes Mal eine echte Freude ist und für zahlreiche Lacher sorgt. Dabei sind die Gags nicht einfach nur diskriminierend oder böse gemeint, sondern besitzen durchaus einen anerkennenden Charakter. Klingt komisch, ist aber genau diese tolle Art des Regisseurs, die seine Filme so besonders macht.
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Hommagen kommt hier allerdings noch eine gewisse Kritik an der Gesellschaft und insbesondere an der Kirche hinzu. Smith überspitzt einige Begebenheiten und äußert durchaus berechtigte Zweifel an manchen Theorien und Auslegungen. Dabei geht er natürlich nicht vollkommen pietätlos vor, sondern bewahrt seinen eigenen, angenehmen Stil. Gerade diese Mischung aus respektlosem Humor und ernsthafter Kritik macht den Film so interessant und sorgt dafür, dass man auch nach dem Abspann noch über das Gesehene nachdenken kann.
Über Dogma kann man sicherlich mehr diskutieren als über so manches andere Werk des Meisters, und genau das ist auch vollkommen gewollt. Statt der üblichen Beziehungskiste wird hier ein durchaus ernstes Thema aufgegriffen und auf unterhaltsame Weise aufs Korn genommen. Dabei verliert sich Smith glücklicherweise nicht in irgendwelchen Belehrungen, sondern verpackt seine Gedanken in eine herrlich schräge Geschichte mit jeder Menge Humor und einigen wirklich gelungenen Einfällen.
Auch Jay und Silent Bob bekommen hier eine größere Rolle spendiert, was für zusätzliche Unterhaltung sorgt. Zu meckern gibt es insgesamt nur wenig, denn die Mischung funktioniert auch heute noch hervorragend. Ich liebe die “Jersey-Filme” und obgleich Dogma etwas andersartig heraussticht, ist er vielleicht gerade deswegen immer wieder eine Empfehlung wert. Ein herrlich schräger, intelligenter und wunderbar unterhaltsamer Film, der auch nach all den Jahren nichts von seinem Reiz eingebüßt hat.
8/10
Fotocopyright: Studiocanal (PLAION PICTURES)
