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Eden Lake

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Eigentlich wollte ein junges Pärchen nur ein erholsames Wochenende an einem abgelegenen Waldsee verbringen, doch der Ausflug entwickelt sich schon bald zu einem wahren Horrortrip.

Nach der Ankunft scheint zunächst alles harmonisch, und ein lauschiges Plätzchen ist schnell gefunden. Doch die Ruhe hält nicht lange an, denn eine Gruppe Jugendlicher macht mit lauter Musik und ihrem pöbelhaften Verhalten auf sich aufmerksam. Die Situation droht bald zu eskalieren, doch das Paar zieht sich zurück und versucht, sich den Ausflug nicht verderben zu lassen.

Am nächsten Morgen ist allerdings das Fahrzeug beschädigt, und der Verdacht fällt schnell auf die unliebsamen Störenfriede vom Vortag. Das Aufsuchen der Jugendlichen erweist sich jedoch als folgenschwerer Fehler, denn diese lassen sich nicht lange bitten und beginnen, das Paar im Wald zu terrorisieren. Was als harmloser Wochenendausflug begann, wird für die beiden schon bald zu einem Kampf ums nackte Überleben…

Fazit

Wenn ein Streifen harter Tobak ist, dann „Eden Lake“. Im Gegensatz zu manch anderem Slasherfilm sind die Täter hier wirklich furchteinflößend, und die gezeigten Bilder sind ein Schlag in die Magengrube. Was einem hier geboten wird, ist eine extrem intensive und beängstigende Geschichte, die kaum Längen aufweist und den Zuschauer emotional ordentlich mitnimmt.

Die teils noch sehr jungen Darsteller verdienen dabei ein besonderes Lob. Das sind keine platten Figuren mit Eishockeymasken oder sonstigem Firlefanz, sondern erschreckend realistisch gezeichnete Charaktere, bei denen offenbar jede Erziehung fehlgeschlagen ist. Gerade das macht den Reiz und zugleich die heftige Wirkung des Films aus. Selten werden brutale Szenen besonders ausführlich gezeigt, doch im Kopf des Zuschauers entfalten sie ihre Wirkung umso stärker. Man weiß genau, was gerade geschieht, und braucht keine ausgiebige Bebilderung, um sich den Rest auszumalen. Zusammen mit der verstörenden Atmosphäre ergibt das ein ziemlich heftiges Filmerlebnis.

Früher hat man Streifen wie „Die Klasse von 1984“ vielleicht noch als etwas übertriebene Horrorszenarien abgetan, doch heute betrachtet man solche Geschichten mitunter ganz anders. „Eden Lake“ wirkt in seiner Darstellung jugendlicher Gewalt erschreckend nah an der Realität, und genau das sorgt für ein ausgesprochen ungutes Gefühl. Hier geht es nicht um irgendwelche maskierten Psychopathen, sondern um Jugendliche, deren Verhalten zunächst wie gewöhnliches Herumgepöbel erscheint und sich zunehmend zu etwas Grauenhaftem entwickelt. Dass die Situation derart außer Kontrolle gerät, macht das Ganze umso unangenehmer.

Neben den bedrohlich agierenden Kids machen auch die erwachsenen Darsteller ihre Sache gut. Vor allem die Hauptdarstellerin überzeugt als bedrohte Seele, deren Angst und Verzweiflung jederzeit nachvollziehbar bleiben. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte sorgt für einige intensive Momente, und man fiebert regelrecht mit ihr mit. Selten hat der Bedrohungsfaktor derart packend gewirkt. Jeder weitere Storyverlauf wird mit Spannung erwartet, während man sich unweigerlich fragt, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde. Gerade diese Nähe zu den Figuren macht den Film so wirkungsvoll.

Da „Eden Lake“ hervorragend inszeniert ist und die Spannung konsequent aufrechterhält, nimmt man auch das etwas konstruierte und leicht abstruse Finale in Kauf. Sicherlich ahnt man mit der Zeit, worauf die Geschichte hinausläuft, doch gut erzählt ist sie allemal. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Ende wirkt nicht mehr ganz so authentisch wie der Rest des Films und scheint vor allem als makabrer Abschluss angelegt zu sein. Dennoch passt es zur bitteren Grundstimmung und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Ein anderer Ausgang hätte sich zwar ebenfalls angeboten, doch gerade die Frage, wie die Geschichte für die Hauptfiguren ausgeht, hält einen bis zum Schluss bei der Stange.

„Eden Lake“ fängt leise, aber durchaus interessant an und steigert sich zu einem erstklassigen Terrortrip mit hohem Spannungs- und Unterhaltungsfaktor. Wer mit der Thematik kein Problem hat, erlebt eine beängstigende Gesellschaftsbeobachtung der blutigen Art. Die Gewalt dient hier nicht einfach nur dem Selbstzweck, sondern wird in eine Geschichte eingebettet, deren Wirkung vor allem aus der erschreckenden Nähe zur Realität entsteht.

Unterm Strich ist das zwar kein Film für jedermann, für Freunde harter und unangenehm realistischer Thriller aber ein heißer Geheimtipp. „Eden Lake“ geht an die Nieren, hält einen bis zum Schluss in Atem und lässt einen auch nach dem Abspann nicht so schnell wieder los.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

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