Filmbesprechungen

Die Reise ins Labyrinth

Inhalt

Wieder einmal muss die 16jährige Sarah auf ihren kleiner Bruder aufpassen und schnell ist der Teenager vom Gequengel des Babys genervt. In ihrer Wut wünscht sie, dass die Kobolde ihn holen sollen und zu ihrer Überraschung tuen sie das dann auch. Deren König gewährt ihr nun 13 Stunden Zeit für dessen Befreiung – jedoch muss sie dafür durch ein unüberschaubares Labyrinth voller Gefahren und seltsamer Wesen hinabsteigen…

Fazit

Bei seinem damaligen Release mochte “Die Reise ins Labyrinth” seine damaligen Erwartungen nicht ganz erfüllt haben, doch mittlerweile gilt er zurecht als Kultfilm mit einer Menge an erinnerungswürdigen Momenten und eingängigen Soundtrack von David Bowie.

Die Geschichte hatte schon seinerzeit keine Bäume ausgerissen und diverse Grundaussagen im Bezug auf Freundschaft und Vertrauen waren wenig innovativ, doch spätestens mit dem ersten Einsatz von Tricktechnik waren dies Mankos schnell vergessen. Es war schier unglaublich, was die ILM-Truppe um George Lucas hier abgeliefert hat. Man schuf nicht nur eine gelungene Abbildung eines Labyrinthes, sondern begeisterte mit irrwitzig designten und perfekt animierten Figuren – die selbst bei heutiger Auflösung in 4k nichts von ihrer Qualität eingebüßt habe. Noch heute sehen die Puppen, Animatronics und Effekte erstaunlich hochwertig aus.

Ein paar Gesangs- und Tanzeinlagen waren sicherlich gewöhnungsbedürftig, doch ihre technische Umsetzung über jeden Zweifel erhaben. Besonders hier sieht man das Herzblut, welches in dieses Projekt eingeflossen ist und welch Aufwand das Ganze völlig ohne Hilfe aus dem Computer mit sich brachte. Besonders erwähnen möchte ich hierbei allerdings auch den Sound, der auf der aktuellen Scheibe richtig gut und vor allem druckvoll abgemischt wurde – als wäre er gerade erst gestern frisch produziert worden. Songs wie „Magic Dance“ sind längst Kult und unterstreichen den märchenhaften Charakter perfekt.

Neben einem charismatischen Bowie und vielen wilden Kobolden überzeugte die junge Jennifer Connelly mit ihrem lockeren Mundwerk und naiven Art. Sie trug das Geschehen über weite Teil von allein, obwohl ihr mit Hoggle und Konsorten symphytische Begleiter zur Seite standen. Wo es bei ihr beim Kostümdesign mangelte (abgesehen von einer prächtigen Traumsequenz) konnten der Koboldkönig und seine Gefolgsleute dies umso prächtiger wieder ausgleichen, sich mit unverkennbaren Looks ins Gedächtnis brennen.

Damals wie heute fasziniert „Die Reise ins Labyrinth“ vor allem durch seine kreative Machart und seine liebevoll erschaffene Fantasiewelt. Im Kern bleibt der Film zwar ein vergleichsweise einfacher Familien- und Abenteuerfilm, doch seine einzigartige Präsentation hebt ihn deutlich von vielen anderen Genrevertretern ab. Gerade heute, in einer Zeit voller computergenerierter Blockbuster, wirkt dieses handgemachte Märchen fast schon wie ein kleines Kunstwerk aus einer vergangenen Ära. Wer Fantasyfilme liebt oder ein Faible für klassische Tricktechnik besitzt, sollte sich diese Reise keinesfalls entgehen lassen – insbesondere nicht in der kommenden Veröffentlichung im 4k-Steelbook. Noch nie hat der Titel schöner ausgesehen und noch nie hat er dabei auch besser das Heimkino zum Beben gebracht.

8/10

Dieses Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von PLAION PICTURES zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank!

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Filmen findet Ihr auf der Webseite des Labels: https://plaionpictures.com

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