Beast



Inhalt
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere musste MMA-Profi Patton James ins Gefängnis und hat sich nach der Entlassung ein neues und eher bescheidenes Leben aufgebaut. Seiner Frau versprach er, nie wieder in den Ring zu steigen – bis zu dem Tag als sein jüngerer Bruder von einem alten Kontrahenten ins Koma geprügelt wurde und dieser nun einen offiziellen Revanche-Kampf einfordert…
Fazit
Erst kürzlich erwähnte ich in meinem Review zu “The Cut“, dass Sport- und insbesondere Boxfilme oft einem sehr ähnlichen Muster folgen und neue Ideen meist absolut Mangelware darstellen. Auch wenn sich „Beast“ statt auf klassisches Boxen auf MMA konzentriert, bleibt die Grundstruktur zunächst vertraut, die Ernüchterung vielleicht kurzzeitig vorhanden. Umso überraschender war es daher, wie schnell mich der Film in seinen Bann gezogen hat. Trotz bekannter Genre-Muster entwickelte die Geschichte bereits nach wenigen Minuten eine enorme Sogwirkung und hielt die Spannung konstant hoch.
Besonders hervorzuheben sind dabei das starke Pacing und die gelungene Inszenierung. Der Film findet genau die richtige Balance zwischen ruhigen, emotionalen Momenten und intensiven, kompromisslosen Kampfszenen. Dadurch entsteht kaum Leerlauf und die Spannung bleibt über die gesamte Laufzeit erhalten. Auch die Figuren sind überraschend glaubwürdig geschrieben. Ihre Beweggründe wirken nachvollziehbar und verleihen der Handlung mehr Tiefe, als man zunächst erwarten würde. Gerade Pattons innerer Konflikt zwischen familiärer Verantwortung und persönlicher Vergeltung wird überzeugend dargestellt.
Die Kämpfe selbst gehören ganz klar zu den größten Stärken des Films. Zwar setzt „Beast“ eher auf Qualität statt Quantität, doch genau das macht die wenigen Fights umso wirkungsvoller. Die Choreografien sind hervorragend umgesetzt, die Wucht der Treffer ist nahezu körperlich spürbar und die Dynamik der MMA-Kämpfe sorgt für eine enorme Intensität. Im Vergleich zu klassischen Boxfilmen wirken die Auseinandersetzungen hier noch roher und brutaler, was dem Film zusätzlich eine besondere Energie verleiht. Selbst kleinere schauspielerische Schwächen einiger Darsteller treten während der beeindruckend inszenierten Kämpfe schnell in den Hintergrund.
Natürlich fungiert Russell Crowe als bekanntestes Gesicht des Films und liefert gewohnt souveräne Arbeit ab. Seine vergleichsweise begrenzte Screentime fühlt sich dabei genau richtig an. Den Hauptfokus tragen vielmehr Daniel MacPherson und Bren Foster als charismatischer Gegenspieler Xavier Grau. Vor allem in den Kampfszenen harmonieren beide hervorragend miteinander und trugen maßgeblich zur mitreißenden Atmosphäre bei.
Mit „Beast“ liefert Regisseur Tyler Atkins einen packenden Kampfsportfilm ab, der trotz bekannter Genre-Zutaten erstaunlich intensiv und mitreißend ausfällt. Wer sich auf die Geschichte einlässt und keine völlige Neuerfindung des Genres erwartet, bekommt einen atmosphärischen, emotionalen und vor allem unglaublich kraftvollen Film geboten, der einen schnell fesselt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ich muss zugeben – einer der besten Kampfsportfilme, die ich je gesehen habe.
8,5/10
Dieses Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von PLAION PICTURES zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank!
Weitere Informationen zu diesen und weiteren Filmen findet Ihr auf der Webseite des Labels: https://plaionpictures.com


