Inhalt
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Pater Mathias Marton, dessen beschauliches Leben als Geistlicher eines Tages gehörig aus den Fugen gerät. Eine Besucherin seiner Messe verführt ihn, doch damit nimmt das Unheil erst seinen Lauf. Nach dem gemeinsamen Schäferstündchen liegt plötzlich ihre Leiche in seinem Bett. Für den Pater beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit, denn irgendwie muss er die Leiche verschwinden lassen, bevor sein Geheimnis ans Licht kommt…
Gameplay
“What Have You Done, Father?” ist ein klassischer „Walking Simulator“ mit all seinen Stärken und Schwächen. Die relativ eingeschränkten Schauplätze und Interaktionsmöglichkeiten ermöglichen ein dichtes Storytelling, wodurch sich das Spiel stellenweise fast wie ein interaktiver Film anfühlt.
Gesteuert wird die Hauptfigur aus der Ego-Perspektive. Viel mehr als eine Taste zum Aufheben von Gegenständen oder Öffnen von Türen und eine weitere zum Öffnen des Inventars benötigt man dabei nicht. Auch die Umgebungen sind, wie bereits erwähnt, recht überschaubar gehalten. Hat man die benötigten Gegenstände gefunden oder sämtliche Dialogoptionen durchgespielt, geht es in der Geschichte weiter.
Echte Rätsel sind allerdings Mangelware. Hier drei Rosen einsammeln, dort einen Topf auf den Herd stellen und anschließend die passende Teemischung finden – viel mehr wird einem in dieser Hinsicht nicht geboten. Auch bei den Dialogen gibt es keinerlei unterschiedliche Variationen oder Möglichkeiten, den Verlauf selbst zu beeinflussen. Letztlich folgt man damit sehr geradlinig der vorgegebenen Geschichte.
Spielzeit
Nach rund 2,5 Stunden flackerte bereits der Abspann über den Schirm.
Präsentation
Optisch hinterließ der Titel einen etwas zwiespältigen Eindruck. Stellenweise können die düsteren Kulissen mit Nebelschwaden und gelungenen Beleuchtungseffekten durchaus für Atmosphäre sorgen. Die Figuren wirken dagegen aufgrund fehlender Details und ihrer teilweise sehr starren Mimik fast wie Fremdkörper in der ansonsten stimmungsvollen Umgebung.
Die englische Sprachausgabe beschränkt sich zudem auf die kurzen Zwischensequenzen, während man sich ansonsten durch vergleichsweise viel Text lesen muss. Leider fällt dabei gerade die deutsche Übersetzung negativ auf. Einige Texte sind abgeschnitten, enthalten Rechtschreibfehler oder wurden inhaltlich nicht immer korrekt übersetzt. Das wirkt insgesamt wenig sorgfältig und trübt den ansonsten durchaus stimmigen Gesamteindruck zusätzlich.
Positiv
- interessante Geschichte
- tolle Atmosphäre
- stellenweise recht hübsche Grafik
Neutral
- überschaubare Spielzeit
- nur englische Sprachausgabe
- Rechtschreibfehler bei den Untertiteln
Negativ
- extrem kurze Zwischensequenzen
- Sprachausgabe nur in Zwischensequenzen
- keine Auswahlmöglichkeiten in Dialogen
Fazit
Per Zufall bin ich im eShop über diesen Titel gestoßen und habe nach kurzer Recherche direkt zugeschlagen. Mit “What have you done, Father?” erhalten Genrefans einen soliden “Walking-Simulator”, der mit dichten Atmosphäre und spannender Story punkten konnte. Technisch war das Ganze recht solide und die Performance auf der Switch 2 absolut in Ordnung. An die großen Klassiker wie “Edith Finch” kommt auch dieses Spiel nicht heran, trotzdem macht Interessierte hier nichts falsch. Für knapp 15 Euro wird mit knapp 2,5 Stunden recht wenig Spielzeit geboten, weshalb das Warten auf einen Sale (oder der Erwerb beispielsweise auf dem PC) durchaus lohnen kann.
Grafik: 7/10 | Sound: 6/10 | Gameplay: 3/10 | Gesamt: 6,5/10
Fotocopyright: Darkania Works
